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Diese Sonderseite des bahnarchiv.net über die japanische Eisenbahn entsteht in enger Zusammenarbeit mit Erich Leibl-Yoshino und japanischen Eisenbahnfreunden.   この「bahnarchiv.net」の日本の鉄道特別ページは、エーリッヒ・ライブル=ヨシノと日本の鉄道ファンが協力して作ったものです。


 

Die japanische Eisenbahn
     
1949 erfolgte die Gründung der JNR (Japanese National Railways).

Die JNR wurde 1987 infolge hoher Schulden privatisiert und es wurden 6 private Gesellschaften gegründet:
Central JR, East JR, West JR, Hokkaido JR, Kyushu JR und Shikoku JR.
Diese Gesellschaften verfügen über die Shikansenlinien (Hochgeschwindigkeitszug) sowie Linien im städtischen (inkl. U-Bahn), regionalen und überregionalen Bereich mit jeweils eigenen Tarifen.
Ebenso gibt es besonders in den Großstädten, außer den JR Gesellschaften, noch zahlreiche private Gesellschaften.
Die jeweilige Strecke/Linie ist an ihrer Farbgebung erkennbar.
Obwohl einige Gesellschaften E-Triebwagen der gleichen Baureihe verwenden, ist neben der Farbgebung auch die Baureihenbezeichnung unterschiedlich.
Somit ergibt sich in den japanischen Großbahnhöfen ein farbenprächtiges Treffen von E-Triebwagen der verschiedenen Linien, welches zumindest am Anfang für den Beobachter, welcher europ. Maßstäbe gewohnt ist, einwenig Verwirrung stiften wird. Diese Verwirrung wird noch verstärkt durch die Verwendung gleicher Baureihen (E-Triebwagen), aber unterschiedlicher Bezeichnung durch die jeweiligen Gesellschaften.
Bei den E-Loks und Dieselloks besteht diese verwirrende Baureihenbezeichnung zum Glück nicht.

In Japan wird hauptsächlich für den Personenverkehr der E-Triebwagen (seltener Diesel-Triebwagen) eingesetzt. Die E-Loks werden zu 80-90% für den Güterverkehr verwendet; die Diesel-Loks zu 90% für den Verschubdienst. Dampflokomotiven sind nur noch bei Nostalgiefahrten anzutreffen.

     
Baureihe - Bezeichnung - Lokschild

Bei japanischen Lokschilder wird zwischen der Baureihe und der Lok-Nr kein Punkt verwendet. Manchesmal gibt es jedoch einen Abstand (besonders bei E-Loks, Bsp: EF 64 17).

Dampflok:
Bei den ersten Dampfloks war die Baureihenbezeichnung 4-stellig ausgeführt.
Ab Beginn 1920 wurde diese 2-stellig, wobei ein Buchstabe (B = 2 Kuppler, C = 3 Kuppler, D = 4 Kuppler, etc) vorgesetzt wurde.

E- Lok:

Vor der BaureiheNr werden die Buchstaben ED,EF oder EH vorgesetzt.
E steht für E-Lok und der 2. Buchstabe gibt Auskunft über die Anzahl der Achsen - Bsp: D für 4achsig, F für 6achsig,etc.
Manchesmal entspricht die BaureiheNr auch dem Baujahr (zB EF 60, EF 64).
Die Baureihenbezeichnungen sind überwiegend 2-stellig, in letzter Zeit werden diese jedoch vermehrt 3-stellig ausgeführt. 
Beispiel eines E-Lokschildes: EF 64 17 = 17. Lok der 6achsigen E-Lok BR 64, Baujahr 1964.

E-Triebwagen und Shinkansen:

Die Baureihenbezeichnung ist überwiegend 3 stellig.
Sehr selten wird bei E-Triebwagen der Buchstabe E vorgesetzt.

Triebwagen/Steuerwagen:
Im Gegensatz zur ÖBB haben die Steuerwagen keine eigene Baureihen-Nr, sondern es wird die Zahl 1 dazu addiert.
Bsp: Triebwagen 200 - Steuerwagen 201; 230 - 231

Diesel-Lok u. Dieseltriebwagen:
Vor der Baureihen-Nr werden die Buchstaben DD, DE usw. vorgesetzt.
D steht für Diesel-Lok und der 2. Buchstabe gibt Auskunft über die Anzahl der Achsen - Bsp: D für 4achsig, E für 5achsig,etc.
Die Baureihenbezeichnungen sind 2-stellig. Dieseltriebwagen haben in der Regel keinen Buchstaben vorgesetzt.

     
Bahnschranken

Generell in schwarz/gelber Warn-Lackierung.
Als Besonderheit wird mit einem beleuchtenden Pfeil die Fahrtrichtung des herannahenden Zuges angezeigt.
Die akustische Warnung erfolgt kürzeren Abständen als bei der ÖBB.
     
Straßenbahn

Die Straßenbahnen in Tokyo, Kyoto, Nagasaki und Hiroshima sind vergleichbar mit der WLB (Badner Bahn).
Teilweise erfolgt die Schienenführung wie in den österr. Städten, jedoch gibt es innerhalb der Stadt größere Strecken mit einem eigenen Gleiskörper.
Dort erfolgt der Zugbetrieb wie bei der "richtigen" Eisenbahn (Signale, Bahnschranken, etc. sind ident).
     
Shinkansen    
     

Die Schnellbahn-Lokalbahn- und U-Bahn-Linien in Japan

Die Züge werden sowohl innerstädtisch als auch zur Städteverbindung eingesetzt und sind das wichtigste Verkehrsmittel nicht nur in den japanischen Großstädten, sondern auch in den ländlichen Gebieten sowie auf den Inseln. Sie tragen die Hauptlast der Personenbeförderung in Japan.
Für die Städteschnellverbindungen wird der Shinkansen und eigene Express-Züge/Baureihen (zB für die Verbindungen zum Flughafen von Tokyo „Narita Express“) eingesetzt.

Die Inhaber und Betreiber dieser Linien sind Privatfirmen, welche meistens auch Großkonzerne sind (Eigentümer zB von Hotelketten, Immobilienhandel, Einkaufscenter, etc).
Diese Privatfirmen/Konzerne kauften die Streckennetze der ehemaligen verstaatlichten JR (nicht zu verwechseln mit den heutigen privaten JR Gruppen).
Sehr oft besitzt ein Konzern mehrere Linien. Dieser verwendet die Gleisanlagen hauptsächlich als Schnellbahn-, Lokalbahn- und U-Bahn-Netz. Aber auch die Express- und Güterzüge benützen zeitweise diese Gleise. Nicht jedoch der Shinkansen, da dieser über eine eigene Trasse verfügt.
Durch die Vielfalt der Privatfirmen ergibt sich der Umstand, dass mehrere Betreiber dieselben Schienenanlagen benützen – in Tokyo zB streckenweise bis zu 3 Betreiber.
Verwirrender wird dieses System noch dadurch, dass oft ein und dasselbe Gleis von einer U-Bahnlinie, von einer Schnellbahnlinie und/oder von einer Lokalbahnlinie entweder vom gleichen Anbieter oder aber auch von einer anderen Firma benützt wird.

Bei einigen Betreiber/Linien gibt es in Tokyo wie beim Shinkansen 3 unterschiedliche Züge für dieselbe Richtung - eine schnelle, mittlere und langsame Verbindung.
In bestimmten Bahnhöfen kann zwischen diesen Zügen umgestiegen werden. Diesen Wechsel vollziehen hunderte von Zugreisende innerhalb kürzester Zeit in wenigen Minuten und ist für Touristen ein faszinierendes Schauspiel, welches problemlos wie ein Uhrwerk abläuft.
Da in den Sommermonaten in den japanischen Zügen die Klimaanlagen sehr stark aufgedreht sind, bieten einige Betreiber (zB JR East, Toei) als Service pro Garnitur 1-2 Wagons mit einer abgeschwächten Leistung der Klimaanlage an.

Zur besseren Unterscheidung sind zum Glück die Züge der jeweiligen Privatfirmen verschiedenfarbig lackiert.
Da größtenteils alle Züge eines Betreibers dieselbe Lackierung besitzen, wäre an sich die Erkennung wofür der jeweilige Zug verwendet wird (zB als U-Bahn oder als Schnellbahn) sehr erschwert.
Hier hilft sich das japanische System meist dahingehend, dass bei den meisten Betreiber nur bestimmte Zugtypen (Baureihen) als U-Bahn bzw Schnellbahn, etc eingesetzt werden. Eine Erkennung ist auch aufgrund des Namens der jeweiligen Linie möglich. Oder man verwendet eine Zusatzlackierung (zB Mittelstreifen).
Natürlich gibt es auch hier wiederum Ausnahmen, welche zum Glück in der Minderheit sind.

Um aber die Hoffnung, man habe nun das japanische System durchschaut, zunichte zu machen, sei nur soviel gesagt, dass ein Zugtyp (Baureihe) bei den verschiedenen Betreibern meistens eine andere BR Nummerierung hat.
Oft kommt es auch vor, dass dieselbe Baureihe bei einem Betreiber für eine U-Bahnlinie, bei einem anderen Betreiber als Lokalbahn verwendet bzw eingesetzt wird.
Deshalb ist es unerlässlich, dass man zur BR zumindest auch den Betreiber nennt. Besser wäre natürlich die Angabe der Linie, da dies eine Unterscheidung bei der Zuordnung über die Verwendung zB als U-Bahn bzw Lokalbahn, etc ermöglicht.
Darum wird in Japan größtenteils die Baureihe in Verbindung mit der Linie genannt.
Bsp für Tokyo:
E 231 der Sobu -Linie (als Schnellbahn) - Eigentümer Fa JR East - oder -
Serie 05 (als Schnellbahn) bzw Serie 5000 (als Lokal- bzw U-Bahn) der Tozai -Linie -Eigentümer Fa Eidan.
Ein Paradebeispiel für das verwirrende japanische System der Baureihenbenennung ist die Serie 113 der JR East ( Sanin-Honsen bzw Sagano Linie/Kyoto).
Eine übliche Garnitur besteht aus:
Kuha 111 – Moha 113 – Moha 112 – Kuha 111
Kuha = Steuerwagen
Moha 113 = Motorwagen = Zwischenwagen mit Motor (Unterflur) meist mit Pantograph
Moha 112 = Zwischenwagen
Da sich somit am Anfang/Ende dieser Garnitur ein Steuerwagen der BR 111 befindet, ist eben als BRNr. die „111“ angeschrieben. Tatsächlich aber wird in diesem Fall die Nr vom Motorzwischenwagen als „die“ Baureihenbezeichnung „113“ genommen.
Um die Verwirrung komplett zu machen, gibt es manchesmal auch folgende Bezeichnungsvariante:
Ist der Übergang an der Stirnfront v. Steuerwagen orange lackiert = BR 115
Ist der Übergang an der Stirnfront v. Steuerwagen Silber lackiert = BR 113
Und schlussendlich als Letztes - die firmeninterne Bezeichnung dieser Garnitur:
Garnitur C01 – C20 = 20 Garnituren (Aufschrift an der Schürze v. Steuerwagen).
Das die BR 113 der JR East bei anderen Betreibern eine andere BR-Nr besitzt (zB 165 od. 167) bestätigt nur das verwirrende japanische Bezeichnungssystem.

Abschließend möchte ich nun den Alltag eines „normalen“ Zugbetriebes eines mittleren Durchgangsbahnhofes in Tokyo beschreiben:
In der Regel verfügt ein solcher Durchgangsbahnhof in etwa über 10 Gleise. Diese Gleise werden in einem solchen mittleren Bahnhof meistens von 3 verschiedenen Betreibern benützt. Dadurch sind die Züge zumindest in drei Hauptfarben lackiert.
Die Betreiber benützen diese Gleise entweder für ihre Schnellbahn-, Lokalbahn- oder U-Bahnlinien.
Meistens sind diese Züge neben ihrer Hauptfarbe auch erkennbar/unterscheidbar durch eine Zusatzlackierung (zB dünner Mittelstreifen, oder Mittelstreifen in verschiedener Farbe, etc).
Seltener werden diese Gleise für Express- und Güterzüge verwendet (meist eigene Umfahrungsgleise/-Strecke).

Zusätzlich gibt es von einigen Betreibern in Tokyo die Serviceleistung, dass für dieselbe Richtung, wie beim Shinkansen der Südlinien, drei Verbindungen (langsam-mittel-schnell) angeboten werden.
Und eben in einen solcher mittlerer Bahnhof ist ein Umsteigen von einer Verbindung in die Andere möglich. Dadurch ergibt sich der Umstand, dass innerhalb weniger Minuten hunderte Zugreisende zwischen den Zügen hin- und herwechseln.

Abschließend wäre noch anzuführen - falls jemanden diese Vielfalt an unterschiedlich lackierten Zügen, die Vorgangsweise über die Nummernvergabe der Baureihe oder die richtige Benützung der drei unterschiedlichen Zugsverbindungen zuwenig Abweichung vom österreichischen ÖBB-System darstellt - dem sei noch gesagt, dass von jedem Gleis in Tokyo bei einem abfahrenden Zug (besonders eindrucksvoll bei mehreren, gleichzeitigen Ausfahrten) eine eigene zugeordnete Melodie über den Lautsprecher ertönt, wobei sich diese Melodie bei Beibehaltung des Gleises im Regelfall im Nachfolgebahnhof ändert!!! Außerhalb von Tokyo gilt dies in der Regel auch für „einfahrende“ Züge.

DAMPFLOKS / 蒸気機関車
BR / 型: 2120, 5500, 8620, 9600, B1, B20, C11, C51, C55, C56, C57, C58, C59, C62, D51, D52, E10

DIESELLOKS / ディーゼル
BR / 型: DE10

E-LOKS / 電気機関車
BR / 型: ED 16, EF 64 0/EF 64 1000, EF 66 0/EF 66 100

 

BETREIBER                                   LINIEN BR LINK
       
EIDAN Tozai-Linie 05 (Typ I,II),5000 >>>
HANKYU DENTETSU Takarazuka-Linie 6000 >>>
ICHIBATA DENTETSU Taisha-Linie 50 >>>
  Kitamatsue-Linie 3000 >>>
JR EAST Akita-Shinkansen   ►Shinkansen
bei Shinkansenlinien - grüner Mittelstreifen Chuo-Linie 201 >>>
  Hachiko-Linie 103, E231,Kiha 110 >>>
  Joban-Linie 501,531,651,653 >>>
  Joetsu-Shinkansen 200 ►Shinkansen
  Nambu-Linie 205 >>>
  Nagano-Shinkansen   ►Shinkansen
  Narita Express 253 >>>
  Ome-Linie 201 >>>
  Sobu-Linie E231 >>>
  Tohoku-Shinkansen 200 ►Shinkansen
  Yamagata-Shinkansen   ►Shinkansen
JR KYUSHU Kyushu-Shinkansen   ►Shinkansen
JR WEST Sakai-Linie Kiha 40 (Serie 2000) >>>
bei Shinkansenlinien - blauer Mittelstreifen Sanin-Honsen bzw. Sagano-Linie 113 ►Shinkansen
  Sanyo-Shinkansen 000,100,300,500,700 ►Shinkansen
JR TOKAI = JR CENTRAL Gotemba-Linie 113,185,313,371 >>>
bei Shinkansenlinien - blauer Mittelstreifen Tokaido-Shinkansen 000,100,300,500,700 ►Shinkansen
KEIFUKU DENTETSU (RANDEN) Randen- bzw. Arashiyama-Linie 611 >>>
KEIHAN DENKI TETSUDO (Keihan Electric Railway) Keihan Honsen-Linie 2200,3000,5000,7000,8000 >>>
KEIHIN KYUKO DENTETSU Keihin Kyuko bzw. Keikyu-Linie 230 >>>
NAGASAKI DENKIKIDO Hotaruchaya-Linie (=LinieNr.5) 202 >>>
ODAKYU DENTETSU (Odakyu Electric Railway=OER) Odakyu-Linie OER (RSE) 20000 >>>
TOEI CHIKATETSU Oedo-Linie 12-000 >>>
TOKYU (=TOKYO KYUKO DENTETSU) Tokyu-Linie 5050,8000,9000 >>>
YOKOHAMA KOSOKU TETSUDO Minatomirai-Linie Y500 >>>

 

鉄道会社 路線  
       
営団(現東京メトロ) 東西線 05 (形式 I,II),5000 >>>
阪急電鉄 宝塚線 6000 >>>
一畑電鉄 大社線 50 >>>
  北松江線 3000 >>>
JR東日本 秋田新幹線   ►Shinkansen
  中央線 201 >>>
  八高線 103, E231,キハ 110 >>>
  常磐線 501,531,651,653 >>>
  上越新幹線 200 ►Shinkansen
  南武線 205 >>>
  長野新幹線   ►Shinkansen
  成田エクスプレス 253 >>>
  青梅線 201 >>>
  総武線 E231 >>>
  東北新幹線 200 ►Shinkansen
  山形新幹線   ►Shinkansen
JR九州 九州新幹線   ►Shinkansen
JR西日本 境線 キハ 40 (2000系) >>>
  山陰本線/嵯峨野線 113 ►Shinkansen
  山陽新幹線 000,100,300,500,700 ►Shinkansen
JR東海 御殿場線 113,185,313,371 >>>
  東海道新幹線 000,100,300,500,700 ►Shinkansen
京福電鉄(嵐電) 嵐山線 611 >>>
京阪電気鉄道 京阪本線 2200,3000,5000,7000,8000 >>>